Zum Thema Zahnbehandlung beim Pferd

Bei meinen Sattelchecks gehört die Frage nach der letzten Zahnbehandlung des Kundenpferdes immer dazu. Zum Glück ist den meisten Pferdebesitzern mittlerweile bewusst, wie wichtig eine regelmässige Zahnbehandlung für die Gesunderhaltung ihrer Pferde ist. Viele Verhaltensprobleme die dem Sattel zugeschrieben werden, können auch durch Zahn- und Zahnfleischprobleme verursacht werden. So können scharfe Kanten, Fehlstellungen oder Karies dem Pferd solche Schmerzen bereiten, dass das Pferd diese Schmerzen durch Bocken, Steigen, Kopfschlagen (Headshaking), Schweifschlagen, Zähneknirschen oder Beissen, sich im Genick verwerfen oder sich schwer Stellen lassen beim Reiten, bemerkbar macht. Alles Verhaltensprobleme die auch bei einem schlecht passenden Sattel entstehen können. Es gibt aber auch Pferde die still leiden und nicht durch solches Verhalten darauf Aufmerksam machen, dass sie Schmerzen haben, sondern plötzlich enorm Muskulatur abbauen und allgemein abmagern. Die Besitzer verstehen dann nicht, warum das Pferd solch schlechte Rückenmuskulatur hat obwohl sie doch einen passenden Sattel haben und das Pferd täglich trainieren. Nur ein lockeres und schmerzfreies und gesundes Pferd wird bei artgerechter Haltung, richtiger Ausrüstung und richtigem Training sich gesund bewegen und eine gute Muskulatur aufbauen können. Daher ist unter Anderem der regelmässige Pferdezahnarztbesuch für mich ein absolutes Muss!
Nun ist es so, dass es mittlerweile sehr viele "Spezialisten" in diesem Bereich gibt wie in so vielen Bereichen unserer Pferdeszene. Ich finde es enorm wichtig, auch hier zu schauen, dass man einen Spezialisten wählt, der sein Handwerk gelernt hat (nicht nur bei einem Wochenendseminar) und versteht. Ich persönlich finde Tierärzte gut, die sich auf Zähne spezialisiert haben und nur noch als Pferdezahnarzt unterwegs sind. Nicht Tierärzte, die aller halbe Jahre mal ein Pferdemaul behandeln. Dann gibt es noch "Spezialisten" die ohne Sedation arbeiten. Das sind dann meist keine Tierärzte, da nur ein Tierarzt sedieren darf. Ich höre von einigen Kunden, dass sie mit der Arbeit zufrieden sind. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass diese Zahnbehandlung wirklich so genau/ gründlich gemacht werden kann wenn das Pferd nicht sediert wird. Mein Leo zum Beispiel zappelt selbst mit Sedation etwas rum, weil er es nicht sehr angenehm findet wenn der Zahnarzt weit hinten im Pferdemaul die Kanten schleift (wer mag schon den Zahnarzt :-P). Schaut euch mal die Abbildung an, wie weit nach hinten das Pferdegebiss reicht. Wenn ich dann sehe wie viel Aufwand und wieviel Zeit so eine Behandlung in Anspruch nimmt, kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Behandlung ohne Sedation wirklich genauso exakt und gründlich (nicht nur oberflächlich) ausgeführt werden kann und keinen Stress für das Pferd bedeutet. Aber das ist nur meine persönliche Empfindung. Daher mein Tipp für euch Alle, schaut genau zu, hinterfragt auch hier und vergleicht die Spezialisten untereinander!

 

Danke Tobias Widmer für deine super Arbeit, den tollen Service und die Beantwortung meiner vielen Fragen ;-)
http://www.pferdezahnbehandlungen.ch/de/

Ich habe eine kleine Fotodokumentation erstellt über die Entstehung eines Westernsattels bei einem Meistersattler. Viel Spass beim Anschauen.